Interkommunales Entwicklungskonzept 2006

„Zukunft nördliches Fichtelgebirge"

 

Welche Überlegungen gingen voraus, welche Aufgabenstellung

Die wirtschaftliche und demographische Entwicklung stellt an die Städte und Gemeinden neue Herausforderungen.

Alle Prognosen der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland, also nicht nur in unserer Region, stimmen darin überein, dass es mittel- bis langfristig zu tiefgreifenden Veränderungen der Bevölkerungs- und Altersstruktur kommen wird.

 

Die Gründe:

1.             Niedrige Geburtenraten

2.             Veränderung der Lebenszeit der Menschen

3.             Migration, also die Einwanderung und Auswanderung von Menschen

4.             Haushalts- und Familienstrukturen ändern sich

5.             Immer mehr Ein-Personen-Haushalte

6.             Bevölkerung wird weniger, älter und „bunter“

In vielen Gesprächen haben wir uns mit der Situation auseinandergesetzt. Zunächst mit der Stadt Schwarzenbach gesprochen, hier standen wir durch die Situation bei den Porzellanfabriken vor der gleichen Problematik. Wir haben uns beraten und festgestellt, dass wir nur gemeinsam etwas bewegen können.

Wir wurden Modellhaft mit unseren Industriebrachen in das „Stadtumau-West" Programm aufgenommen.

Im weiteren Verlauf der Beratungen kristallisierte sich heraus, dass es besser wäre über die Stadtgrenzen Kirchenlamitz und Schwarzenbach hinauszudenken. – Also unser Unterzentrum auf der Seite des Landkreises Wunsiedel sowie Schönwald und im Landkreis Hof Oberkotzau, Sparneck und Zell mit aufzunehmen. Mit diesen neun Gemeinden haben wir uns auf Bürgermeisterebene zunächst intensiv beraten, wobei Kirchenlamitz und Schwarzenbach die Vorreiterrolle übernommen haben. Mit diesem Projekt haben wir einen gewissen Modellcharakter und wir haben auch die Überlegungen bei der EU und Freistaat Bayern aufgegriffen, dass nur noch sogenannten „Regionen" gefördert werden.

Wir haben erkannt, dass die aktuellen Herausforderungen allein mit kurzfristigen reaktiven Maßnahmen in den einzelnen Städten nicht zu bewältigen sind. Wir haben gesagt wir brauchen eine langfristige Strategie um aus der krisenhaften Situation herauszukommen.

Aus dieser Erkenntnis heraus haben sich unsere neun Städte zusammengeschlossen

Kirchenlamitz

Marktleuthen

Oberkotzau

Röslau

Schönwald

Schwarzenbach / Saale

Sparneck

Weißenstadt

Zell

Als erster Schritt wurde ein interkommunales Enwicklungskonzept in Auftrag gegeben. Im Rahmen des Programms „Stadtumbau-West" konnten wir eine 80 % Förderung erreichen.

Dem interdisziplinäre Gutachterteam gehörten an:

I                Büro ür. Städtebau Dr. Holl, Würzburg

II               BTE Tourismusmanagement und Regionalentwicklung, Hannover

III              CIMA Stadtmarketing GMBH München

IV              MODUS Institut für Wirtschafts- und Sozialforschung, Bamberg und

V             WGF Werkgemeinschaft Freiraum, Nürnberg 

 

Die Kosten nach Förderung verteilen sich auf die einzelnen Gemeinden, für Kirchenlamitz verbleibt ein Anteil von rund 3000 €.

Der für die Hofer Straße (höhere Förderung für Städtebau statt 60 % 80 % ) schon wieder eingespielt ist!!!!

Nach einem Jahr intensiver Dialogarbeit, und hier waren Bürgerinnen und Bürger aus allen beteiligten Städten und Gemeinden in unterschiedlichen Arbeitskreisen beteiligt liegen Ergebnisse vor.

KURZFassung und Strategien, Leitlinien, Projekte in Ordnerstärke vor.

Das Interkommunale Entwicklunskonzept (IEK), ein Instrument zur Gestaltung der Zukunft wurde geschaffen.

Als zentrale Leitlinien und Strategieansätze für die Zukunft wurden erarbeitet:

I                Soziale Kompetenz ausbauen

II                Gewerbliche Basis erneuern und fördern

III                Wohnraumangebot modernisieren und marktfähig gestalten

IV                Rationalisierung und Qualifizierung der Infrastruktur

V                Mobilitätsysteme erhalten und verbessern

VI                Forcierter Ausbau zu einer Tourismus- und Freizeitregion

VII                Landschaft als entscheidendes Potential des Raumes entwickeln

Aus diesen Überlegungen heraus wurde sogenannte Handlungsfelder und Impulsprojekte entwickelt:

Beispielhaft nehme ich einmal das Handlungsfeld „Ortskerne" heraus

 

Stärken: Schwächen:

Attraktive Ortskerne mit - zunehmende Leerstände

wertvoller Bausubstanz - drohende Funktionsverluste

Vorhandene Grundversorgung - drohender Verfall von Bausubstanz

 

Ziele:

Erhaltung der Urbanität (der Funktionen) und Bildung urbaner Kristallisationspunkte

Gestalterische Aufwertung / Inszenierung von Ortskernen /Events

Stärkung des innerörtlichen Einzelhandels

 

Impulsprojekte:

Kommunikationsplätze (Röslau, Schönwald, Schwarzenbach)

Belebung von Marktplätzen / Neunutzung leerstehender Gebäude / Beleuchtungskonzepte (Kirchenlamitz, Marktleuthen, Weißenstadt, Zell)

Leitplan für Geschäftszentrum Oberkotzau

Leerstandsmanagement für Ladenlokale

Einzelhandelsprojekte: Servicepakete, Gewinnspiele, Gutscheinhefte, Einkaufsführer

Tourismusprojekte: Heimathaus für Sagen und Mythen in Sparneck

Freiraumprojekte. Gestaltung der Eger in Marktleuthen

Bürgerpark in Oberkotzau

 

Nur Kurz

 

Handlungsfeld „Gewerbebrachen"

 

WINTERLING

AUSSCHREIBUNG / ARCHITEKTENWETTBEWERB

WIE GEHT ES WEITER?

Es gab eine interkommunale Ratskonferenz aller Gemeinden die in der Stadthalle Marktleuthen stattfand.

Hier wurde vereinbart die gemeinsamen Leitlinien des IEK zu beschließen - bei uns ist dies in der Stadtratsitzung vom vergangen Donnerstag geschehen.

Es finden Lenkungsgruppensitzungen statt in dieser Gruppe sitzen die Bürgermeister der IEK-Gemeinden und Vertreter der Regierung von Oberfranken.

Hier wird in einer der nächsten Sitzungen die Festlegung der weiteren Planungsprozesse beraten.

Wir in Kirchenlamitz sind uns einig, das ein sogenannter Koordinator den weiteren Entwicklungsprozess begleiten muss. Wie das gestaltet werden kann wird gerade beraten – wir denken hier an stundenweise oder Projektbezogenen Einsatz

Deutlich möchte ich herausstellen, dass die SPD-Stadtratsfraktion dieses Ziel seit Jahren verfolgt hat, bei der Diskussion um Stadtrat ob man ein solches Konzept durchführt oder nicht immer Vorreiter und Wegbereiter war.

Unsere Kollegen der CSU immer mit Bedenken, „wen und aber" und „brauchen wir das denn?" gekommen sind und es lange gedauert hat sie zu überzeugen.

Und mein Eindruck ist, dass sie angesichts des geringen Betrages der auf die Stadt zukommt zugestimmt haben aber nicht aus Überzeugung dass für die Zukunft unserer Stadt und unserer Region ein solches Konzept dringend vonnöten ist!

Wir haben in unserem Wahlkampf 2002 schon die Devise ausgegeben

„nur gemeinsam sind wir stark" schließen wir uns zusammen

wir müssen uns selbst helfen

Stadtmanagement, Stadtmarketing

 

 

das möchte ich nur deutlich ansprechen !

Es wurde als Sprechblasen oder ähnliches betitelt – Aber liebe Freunde wir lassen uns von dem eingeschlagenen Weg, das Beste für unsere Stadt zu versuchen – nicht abbringen.